Freilaufender Kampfhund greift Passanten an und wird von Polizisten erschossen: 4 Verletzte

(ER24/ots) - Nachdem ein freilaufender American Staffordshire Terrier am Mittwochvormittag mehrere Passanten angriff und vier Passanten Bisswunden zufügte, war das aggressive Tier nach erfolglosen Einfangversuchen in der Bismarckstraße in Weinheim von Polizeibeamten mit mehreren Schüssen niedergestreckt worden.

 

Nach den bisherigen Ermittlungen, unter anderem die Anhörung von Zeugen und Geschädigten, konnte folgender vorläufiger Tatablauf rekonstruiert werden.

 

Kampfhund attackiert mehrere Passanten

 

Der 27-jährige Hundehalter stand auf dem Gehweg in der Bismarckstraße und unterhielt sich mit einer anderen Person, als der freilaufende Hund plötzlich über die Straße rannte und einer 35-jährigen Fahrradfahrerin in den Unterschenkel biss.

 

Der 27-Jährige nahm den Hund und ging in den nebenan liegenden Haganderpark. Dort ging der Hund kurze Zeit später auf zwei Schüler los, die den Angriff mit einem Rucksack abwehren konnten, ein 17-Jähriger wurde aber dabei gebissen.

 

Anschließend wurde eine 16-Jährige im Park von dem Hund in den Knöchel gebissen. Unmittelbar danach rannte der Hund zurück auf die Bismarckstraße, wo er einem 63-Jährigen in den Unterschenkel biss, danach rannte der Hund zurück in den Park.



Polizei rückt mit Streifenbeamten an

 

Nachdem sich ab 11.16 Uhr über Notruf mehrere Anrufer bei der Polizei gemeldet und mitgeteilt hatten, dass ein Kampfhund 'auf Menschen' losgehen würde, traf zwischenzeitlich eine Streife des Polizeireviers Weinheim ein.

 

Nachdem der Versuch der Beamten, das aggressive Tier einzufangen scheiterte, wurden mehrere Schüsse abgegeben um weitere Beißattacken zu verhindern. Nach den bisherigen Feststellungen wurden dabei insgesamt neun Schüsse abgegeben.

 

Der Hund hatte sich noch unter ein geparktes Auto geschleppt und war kurz darauf von einer zufällig vorbeikommenden Tierärztin eingeschläfert worden.

 

Insgesamt 4 Personen wurden verletzt

 

Drei der verletzten Personen waren am Tatort medizinisch erstversorgt und anschließend zur weiteren Versorgung mit Rettungsfahrzeugen ins Krankenhaus nach Weinheim gefahren worden, alle konnten die Klinik nach ambulanter Behandlung wieder verlassen. Der verletzte 17-Jährige meldete sich erst am Folgetag.

 

Die weiteren Ermittlungen der Diensthundeführerstaffel ergaben, dass der Hundebesitzer das Tier trotz behördlich verfügter Anlein- und Maulkorbpflicht frei umherlaufen ließ, eine Leine führte der 27-Jährige nicht mit.

 

Hund wird nun untersucht

 

Der Hund war beschlagnahmt und zur weiteren Untersuchung in das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt nach Karlsruhe gebracht worden. Die weiteren Ermittlungen der Diensthundeführerstaffel des Polizeipräsidiums Mannheim dauern noch an. (Polizei/OTS)